Seidenstoff - ein Stoff, aus dem Träume werden

Seide ist eine feine Textilfaser, die aus den Kokons der Sidenraupe, der Larve des Seidenspinners, gewonnen wird. Sie kommt ursprünglich aus China und war eine wichtige Handelsware, die über die Seidenstrasse nach Europa transportiert wurde. Es war bei Todesstrafe verboten, die Raupen oder ihre Eier außer Landes zu bringen. Im Jahre 555n.Chr. gelang es jedoch zwei Mönchen einige Eier zum byzantinischen Kaiser zu schmuggeln. Mit diesen Eiern und dem Wissen, welches sie bei ihrem Aufenthalt in China über die Aufzucht von Seidenspinnern erworben hatten, war jetzt auch außerhalb Chinas eine Produktion von Seide möglich. Sämtliche Seidenspinnerraupen in Europa stammen von diesen geschmuggelten Eiern ab Nach Art der Gewinnung unterscheidet man zwischen Maulbeerseide, die sich aus der Zucht von Raupen ergibt, die sich von den Blättern des Maulbeerbaum ernähren, und Wildseide, für deren Gewinnung die Kokons bereits geschlüpfter Schmetterlinge verwendet werden. Bei der Gewinnung von Maulbeerseide werden die Raupen durch das Eintauchen des Kokons in kochendes Wasser oder über Wasserdampf getötet, danach kann der Seidenfaden abgewickelt werden. Durch den langen Seidenfaden kann eine glatte Textiloberfläche entstehen. Bei der Tussahseide hingegen lassen sich, da der geschlüpfte Schmetterling ein Loch im Kokon hinterlässt, nur kurze Fäden gewinnen; Wildseidengewebe hat dadurch eine charakteristisch unregelmäßig-noppige Oberfläche, die durch Fadenverdickungen entsteht. Um in den Besitz von Seide zu gelangen, muss man die Fäden, in die sich der Seidenspinner einwickelt, vom Kokon abhaspeln. Doch um Qualitätsseide zu erlangen, sind bei der Aufzucht der Seidenraupen besondere Bedingungen ausschlaggebend, die früher geheimgehalten wurden. Diese dürften die Ursache für das Mysterium gewesen sein, welches die Seide jahrhundertelang umgab. Crepe de Chine Die Crêpe de Chine Seide wird oft als "Königin der Seide" bezeichnet. Sie hat eine zart schimmernde Oberfläche und ist sehr angenehm auf der Haut zu tragen. Crêpe de Chine ist ein knitterarmes Gewebe mit fliessendem Fall, deshalb besonders gut für Bekleidung und Tücher geeignet. Durch das leicht überdrehte Garn erhält sie einen gekräuselten Charakter (Taftbindung). Die körnige Webart verhindert auch weitestgehend das Verrutschen, dadurch ist sie hervorragend drapierfähig. Crepe Satin Crêpe Satin ist das Gewebe mit den "zwei Gesichtern". Sie ist auf der einen Seite glatt und stark glänzend wie Satin und auf der anderen Seite ähnelt sie dem Crêpe de Chine. Crêpe Satin vereinigt also die luxuriös-edle Glanzoptik einer "echten" Satinseide mit der Knitterarmut und der hervorragenden Drapierfähigkeit des Crêpe de Chine. Durch die hohe Faserdichte in der Oberfläche wirken die SeCidenmalfarben besonders intensiv. Auf dieser Seide zu arbeiten ist eine besondere Freude! Cfiffon Chiffon ist eine schmeichelnd zarte, durchscheinendes Kreppgewebe. . Chiffon ist knitterarm und rutscht kaum. Die Strapazierfähigkeit dieses Gewebes ist aufgrund der zarten Fäden nicht allzu hoch. Trotz der Transparenz des Chiffons kommen die Farben gut zur Geltung. Er ist sehr gut geeignet für Tücher, Schals (super für den Sommer!)und Schleier. Pongee Pongee ist ein leichtes, glattes Gewebe aus Naturseide. Diese Seide ist universell verwendbar und für nahezu alle Techniken und Farben der Seidenmalerei geeignet. Die unterschiedliche Stärke und damit die unterschiedliche Dichte der Pongeeseide hat für die Seidenmalerei eine zusätzliche Bedeutung: die flüssigen Seidenmalfarben fliessen auf einer leichten Pongee schneller als auf einer schweren Pongee. Aber je schwerer die Pongeeseide ist, umso intensiver wirkt die Farbe. Sie erhält mehr Tiefe. Für die plissierten Schals verwende ich ausschliesslich Pongeeseide