Pflegeanleitung - wie bewahre ich mir die Eleganz?

Pflegeanleitung
 
Gehen Sie auf Tuchfühlung.
Seide ist kostbar. Ihre Faser wird noch heute, wie vor mehr als 5000 Jahren, aus dem Kokon der Seidenspinnerraupe gewonnen. Bei der Verpuppung ernähren sich die Raupen ausschließlich von den Blättern des Maulbeerbaums und sondern ein Sekret ab, das im wesentlichen aus Proteinen besteht.
Dieser Eiweißbaustein ist der menschlichen Haut sehr ähnlich und deshalb fühlt sich die Seide auch so schön an.
Seide ist weich und leicht. Wenn es kalt ist, wärmt sie den Körper und wenn es warm ist, kühlt sie die Haut. Ein Tuch aus Seide ist ein Kokon. Darin ist Schutz, Wohlgefühl und Geborgenheit für die Seele.
Farbe ganz in Seide.
Nirgends erscheint Farbe frischer und leuchtender, wie auf Seide gemalt. Ich verwende ausschließlich französische Farben. Sie durchdringen die Faser vollständig beim Malen und werden anschließend unter Wasserdampf fixiert. Bei dieser Technik nimmt das Tuch ein Maximum an Farbe in sich auf und bleibt dennoch geschmeidig. Am liebsten arbeite ich mit drei verschieden Gestaltungstechniken:
dem Dégradée, dem Plissieren und der Mäandertechnik.
Beim Dégradée werden die Farben ineinander vermalt. Es ergeben sich sehr weiche, fließende Übergänge.
Das Plissieren ist eine sehr alte und aufwendige Technik. Nach dem Waschen wird das Tuch nass in Falten gelegt und gekocht. Dadurch bricht die Eiweißstruktur der Seide auf und die Plissierung bleibt dauerhaft.
Bei der Mäandertechnik wird zunächst nur die Zeichnung aufgetragen. Der Strich setzt an einem beliebigen Punkt an und wird ohne abzusetzen durchgezogen. Wenn sich die Linien überschneiden, ergeben sich Flächen, die ich anschließend kolorieren kann.
Sei sanft zu mir.
Die Pflege von bemalter Seide ist ganz einfach, wenn man einige Grundregeln beachtet. Nur Handwäsche in lauwarmer Lauge. Nicht einweichen, sondern zügig waschen. Verwenden Sie ein Feinwaschmittel oder Flocken aus Kernseife. Gut ausspülen. Ein Schuss Essig in den letzten Spülgang macht die Seide geschmeidiger. Nicht schleudern oder wringen. Das Wasser ausdrücken und anschließend trockenbügeln. Die Seide nicht in nassem Zustand liegen lassen.
Durch die Verwendung von französischen Farben mit anschließender Dampffixierung sind die Farben lichtecht und nicht mehr auswaschbar. Eventuell können beim Waschen noch überschüssige Farbreste austreten. Das wird die satte Farbigkeit des Tuches aber nicht beeinträchtigen.